Riesenschildkrötenrettung Cerro Azul 1998-1999
Der Vulkanausbruch Cerro Azul im Herbst 1998
Die Galápagos Inseln sind vulkanischen Ursprungs, einige Vulkane sind auch heute noch aktiv.
Im Herbst 1998 kam es auf der Insel Isabela zu einem Vulkanausbruch. Die Lavaströme des Vulkans Cerro Azul bewegten sich dabei direkt auf die Gebiete zu, die die Restpopulationen einer der seltensten Galápagos-Riesenschildkrötenunterart, von Geochelone nigra guntheri, beheimateten.Zur Rettung der von den Lavaströmen bedrohten Schildkrötenpopulationen wurde von der Charles Darwin Station und den Freunden der Galápagos Inseln das Projekt Cerro Azul gestartet.In einer einzigartigen Rettungsaktion wurden 15 Tiere aus den durch die Lavaströme bedrohten Gebieten evakuiert.Die sechs Männchen und neun Weibchen wurden dabei aus dem unwegsamen Gebiet getragen oder auch, wenn nötig, mit dem Hubschrauber ausgeflogen. Sie fanden in der Zuchtstation in Villamil auf der Insel Isabela ein neues Zuhause. Die Neuankömmlinge machten einen Ausbau der bestehenden Gehege sowie Verbesserungen der bestehenden Infrastruktur nötig.Der erfolgfreiche Ausbau führte bereits zu ersten Zuchterfolgen: Aus den bisher 88 in der Zuchtstation gelegten Eier sind inzwischen 83 Jungttiere geschlüpft. Diese Jungtiere werden im Alter von etwa fünf Jahren wieder in den Gebieten ausgewildert, aus denen ihre Eltern stammen. Dann sind sie gross genug, um vor Ratten, Schweinen, Hunden und Katzen sicher zu sein. Und weitere 15 Jahre später werden sie hoffentlich selbstständig zum Überleben ihrer Unterart in der Natur beitragen.