Ziele
- Bestandesaufnahme der Populationen von Galápagos-Pinguinen, flugunfähigen Kormoranen und Lavamöven (alle drei Vogelarten sind für Galápagos endemisch)
- Ausarbeitung einer Strategie zur Bekämpfung von eingeführten Vogelkrankheiten
Aktivitäten
- Intensive Suche nach Lavamöven in den Küstengebieten von Galápagos
- Zählung von Pinguinen und Kormoranen im Archipel
- Organisation, Planung und Durchführung eines Seminars zum Thema 'Eingeführte Vogelkrankheiten‘
Resultate
1. Lavamöven
Die letzte Lavamövenzählung liegt über 40 Jahre zurück. 1960 wurden rund 400 Paare gezählt. Beobachtungen in den dazwischenliegenden Jahren liessen Befürchtungen aufkommen, dass die Population inzwischen deutlich gesunken ist. Sollten die Daten diese Befürchtung bestätigen, könnte die Lavamöve am Rande der Ausrottung sein. Die vorliegende Studie ist daher sehr wichtig für das langfristige Erhaltungsprogramm dieser Tierart.Alle Sichtungen erfolgten mittels GPS (Global Position System) zur genauen Standortbestimmung. Dabei wurden die Küsten der Inseln Santa Cruz, Daphne, Venesia, Santiago, Floreana, San Cristobal, Española, Genovesa, Isabela und Fernandina nach Lavamöven abgesucht. Die Sichtungen zeigen, dass die Verteilung der Tiere im Archipel ungleichmässig ist. Die grössten Individuendichten wurden im Süden von Santa Cruz angetroffen, während auf Española, Floreana, Daphne und Venesia keine Individuen gesichtet wurden. Insgesamt wurden 102 Lavamöven beobachtet. Dieser Wert bestätigt, dass die Bestandesdichte der Lavamöven sehr tief ist; die Zahl der Lavamöven ist im Vergleich mit den Zahlen von 1960 zurückgegangen. Allerdings ist aufgrund der unterschiedlichen Datenaufnahmemethoden von 1960 und heute ein direkter Vergleich schwierig. Um einen genaueren Einblick in die zukünftigen Bestandesveränderungen zu erhalten und bei einem Rückgang rasch entsprechend reagieren zu können, wird ein standardisiertes Beobachtungsprogramm eingeführt. Denn die vorliegenden Resultate zeigen, dass die ohnehin schon sehr tiefe Bestandesdichte einen weiteren markanten Rückgang kaum verkraften würde.
Tabelle 1: Resultate der Lavamöven-Bestandesaufnahmen
Insel | Erwachsene | Jungtiere | Total |
Santa Cruz (Süden) | 26 | 6 | 32 |
Santa Cruz (Norden) | 4 | 0 | 4 |
Santiago | 8 | 0 | 8 |
San Cristobal | 2 | 0 | 2 |
Floreana | 0 | 0 | 0 |
Espanola | 0 | 0 | 0 |
Daphne | 0 | 0 | 0 |
Venecia | 0 | 0 | 0 |
Isabela (Norden) | 17 | 1 | 18 |
Isabela (Westen) | 7 | 0 | 7 |
Isabela (Süden) | 0 | 0 | 0 |
Isabela (Osten) | 9 | 0 | 9 |
Fernandina | 6 | 0 | 6 |
Genovesa | 12 | 4 | 16 |
Total | 91 | 11 | 102 |
2. Pinguine und Kormorane
Resultate der Beobachtungen im August 2000
Während der Beobachtungsperiode vom 6.8.2000-13.8.2000 wurden insgesamt 802 Pinguine (543 Erwachsene, 134 Juvenile und 125 Jungtiere) gezählt. Es wurden auch 1'000 flugunfähige Kormorane (923 Erwachsene, 37 Jungtiere und 40, deren Alter nicht bestimmt werden konnte) gezählt. Diese Zahlen zeigen, dass die Gesamtpopulation der Kormorane stabil geblieben ist, während die der Pinguine zugenommen hat. Sie lassen den Schluss zu, dass sich die Pinguin-Population langsam vom starken El Niño (1997-1998) erholt, nachdem die Population auf unter 500 Individuen gesunken war. Trotzdem liegt die Population der Galápagos-Pinguine immer noch um rund 50% tiefer als 1982, vor den fünf El-Niño Jahren zwischen 1982 und 1998.
Resultate der Fang-, Markierung- und Wiederfangmethode im April 2001
Vom 17.4.2001 bis 24.4.2001 wurden an zehn Stellen auf Floreana, Isabela und Fernandina Pinguine und Kormorane gefangen und mittels Mikrochip markiert. Dabei wurden 79 Pinguine (58 Erwachsene und 21 Jungtiere) und 87 Kormorane (85 Erwachsene und 2 Jungtiere) gefangen. Die Tiere wurden vermessen, dabei wurden die Schnabellängen und - breite, Flügellänge und das Gewicht des Tieres aufgenommen. Die Weiterführung dieser Fang-, Markierung- und Wiederfangmethode wird in Zukunft wichtige Informationen über die Populationsstrukturen sowie Wanderverhalten der Kormorane und Pinguine im Archipel liefern.
Während die industrielle Fischerei im ganzen Meeresreservat verboten ist, ist die traditionelle Fischerei durch die Einwohner erlaubt. Für die Meeresvogelarten sehr wichtige Fischgründe können aber zu sogenannten 'no-take-zone’ erklärt werden, in denen sämtliche menschliche Aktivitäten untersagt sind. Dank der Daten über das Wanderverhalten der Kormorane und Pinguine können weitere wichtige Schutzgebiete bestimmt und als 'no-take-zone’ ausgeschieden werden.
3. Seminar über eingeführte Vogelkrankheiten
Das Seminar fand vom 19.10. bis 21.10.2000 in Princeton statt. Die Umsetzung des während des Seminars ausgearbeiteten Programms wird im Jahr 2001 auf Galápagos eingeleitet. Das Seminar war das erste über die Vogelwelt von Galápagos. Es wurde von Wofona mit USD 9'168.40 unterstützt und von der Universität mit USD 6'000.- sowie einem anonymen Donor mitfinanziert.
Budget
Am 15.6.00 wurden CHF 60'000 nach Galápagos überwiesen. Die detaillierte Finanzaufstellung sieht folgendermassen aus (in USD):
Periode Juli 2000 bis April 2001
Beschreibung | Budget | Total | Balance |
Personal | 15'000.00 | 15'177.69 | (177.69) |
Reisekosten | 12'000.00 | 11'903.06 | 96.94 |
Operational Kosten | 1'968.58 | 735.23 | 1'233.35 |
Seminar & Konferenzen | 8'000.00 | 9'168.40 | (1'168.40) |
Total | 36'968.58 | 36'984.30 | (15.80) |
Maria Elena Guerra, MBA
Head of Administration CDRS
Dr. Robert Bensted-Smith
Director CDRS
Dank
Im Namen der Charles Darwin Forschungsstation und der internationalen Charles Darwin Stiftung möchten wir uns für die Unterstützung des Projektes ganz herzlich bedanken. Das finanzielle Engagement Ihrerseits ermöglichte die Realisation des für die langfristige Erhaltung der weltweit einzigartigen Vogelwelt der Galápagos Inseln äusserst wichtigen Projektes. Dafür ganz herzlichen Dank.