Medienmitteilung
Auf den Galapagos Inseln wurde das Unmögliche möglich gemacht
Zürich, Juli 2006 – Seit Jahrhunderten gefährdeten eingeschleppte Arten die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt der Galapagos-Inseln. Erstmals ist es Forschern nun gelungen, zwei grosse Inseln von eingeführten Tierarten zu befreien um so die ursprüngliche Biodiversität wieder herzustellen.
Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 47-jährigen Bestehen des Galapagos National Park (GNP), konnte Felipe Cruz, Projektleiter, Glückwünsche zum erfolgreichen Abschluss des „Project Isabela“ entgegen nehmen. Zusammen mit Victor Carrion und einem 32-köpfigen Team ist es Felipe Cruz nach achtjähriger harter Arbeit gelungen, die Inseln Isabela und Santiago von eingeführten Ziegen, Eseln und Schweinen zu befreien.
Das Isabela Project ist weltweit das grösste jemals durchgeführte Projekt zur Eliminierung von eingeführten Tier- und Pflanzenarten. Die wilden Ziegenherden wurden während unzähligen Helikopterflügen gesichtet und gejagt. In einem zweiten Schritt durchkämmten die Teammitglieder die Inseln mit Hunden, um so die restlichen Ziegen zu orten und einzufangen. Das Projektteam wurde dabei von so genannten Judas-Ziegen unterstützt: Diese Tiere waren zuvor sterilisiert und mit einem Sender versehen worden. Auf der Suche nach ihren Artgenossen führten sie das Team zu weiteren Verstecken und ermöglichten die komplette Befreiung von Ziegen der beiden grossen Galapagos-Inseln Isabela und Santiago.
Neben den Ziegen konnten weitere eingeführte Arten aus dem fragilen Ökosystem auf Galapagos entfernt werden. Esel, Schweine und diverse Pflanzen wurden vor Jahrhunderten als Nahrungsquelle für Piraten, Walfänger oder frühe Kolonisten auf den Galapagos angesiedelt. Die Tiere passten sich der neuen Umgebung rasch an, ernährten sich von einheimischen Pflanzen und zogen in grossen Herden umher. Mangels natürlicher Feinde vermehrten sie sich ständig, vernichteten die Pflanzen und verdrängten die einheimischen Tiere aus ihren Lebensräumen und bildeten so eine zunehmende Gefahr für die einmalige Biodiversität der Galapagos-Inseln.
Bereits sind 19 endemische Pflanzenarten auf Galapagos stark gefährdet oder stehen kurz vor dem Aussterben. Diese Pflanzenarten würden damit für immer verschwinden.
Ziel erreicht
Das Isabela Project ist ein fundamentaler Schritt in Richtung der ökologischen Wiederherstellung. Bereits kann festgestellt werden, dass sich die Vegetation auf diesen Inseln erholt. Das Ziel des Projektes, die Erhaltung der ursprünglichen Pflanzengemeinschaften auf Santiago und Isabela, die Renaturierung der Inseln und die Erhaltung der Biodiversität, ist somit erreicht.
Die ecuadorianische Regierung, die Global Environment Facility, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen und die Organisationen der Freunde der Galapagos, sowie unzählige private Spender haben die finanziellen Resourcen für dieses Projekt bereitgestellt.
Die Initianten des Projektes, die Charles Darwin Foundation (CDF) und der Galapagos National Park, wollen die Erfahrungen aus dem Isabela Project für weitere Programme zur Eliminierung von fremd eingeführten Arten nutzen. Die mehrheitlich einheimischen Team-Mitglieder wurden in speziellen Jagdmethoden und Technologien geschult und werden ihre Kenntnisse in weiteren Projekten anwenden können. Hendrik Hoeck, Präsident des Vereins Freunde der Galapagos Inseln (Schweiz), freut sich über den Erfolg des Isabela Project: „Wir sind stolz darauf dieses wegweisende Projekt unterstützt zu haben. Bereits kommen Anfragen aus Neuseeland und anderen Inseln im Pazifik (Australien), die auf Grund fremd eingeführter Arten ähnliche Probleme wie die Galapagos-Inseln haben.“
Ein Bild das nun der Vergangenheit angehört: Ziegen finden noch etwas zu fressen, für die einheimischen Schildkröten ist nur noch trockene Erde übrig.