Vulkanausbruch auf Fernandina

Vulkanausbruch in Galápagos

Der Vulkanausbruch auf der Galápagos Insel Fernandina vom Samstag, 12. April 2009 kam nicht überraschend. Der Geologe Dennis Geist, Professor der Idaho Universität und Mitglied der Charles Darwin Stiftung hatte zusammen mit weiteren Wissenschaftlern festgestellt, dass Fernandina etwa 2000m unter dem Krater eine grosse Magmakammer besitzt, die sich wie ein Ballon mit Magma füllt. Die Eruptionen können dann an drei Stellen stattfinden: Im Lavakrater, an Rissen der Kraterränder und an Rissen der Kraterhänge. Der jetzige Ausbruch erfolgte an den Kraterhängen.

Zurzeit fliesst die Lava in den Ozean. Laut dem Wissenschaftler Dr. Mark Gardner der Charles Darwin Forschungsstation auf Galápagos besteht aber keine unmittelbare Gefahr für bedrohte Tier- und Pflanzenarten. „Vulkane sind ein natürlicher Faktor auf Galápagos und haben die Lebensformen des Archipels schon immer beeinflusst“, stellt der Wissenschaftler fest.

Fernandina ist die jüngste der Inseln und die vulkanisch aktivste. Hier fand auch der bisher heftigste Ausbruch der jüngsten Geschichte des Archipels statt: Als im Jahr 1968 Wasser, das sich im Krater angesammelt hatte, auf das Magma stiess, kam es zu heftigen Explosionen, die letztendlich zu einem Einsturz des Kraters um 300m führte.

Fernandina besteht nur aus einem einzigen Vulkan, mit 1'463 m ü. M. der vierthöchste Berg des Archipels. Die Insel ist Heimat von dutzenden Tier- und Pflanzenarten, die nur auf Galápagos vorkommen. Sie ist nicht besiedelt und für Touristen nur an einer einzigen Stelle zugänglich. Dort können zwei der bekanntesten endemischen Tierarten des Archipels, der Galápagos-Pinguin (Spheniscus mendiculus) und der Flugunfähige Kormoran (Nannopterum harrisii) beobachtet werden. Vom Galápagos-Pinguin (total über 1600 Tiere) leben etwa 120 auf Fernandina, vom Flugunfähigen Kormoranen (total ebenfalls knapp 1600 Tiere) etwa 46. Beide Vogelarten leben aber an den entgegengesetzten Küstenabschnitten des aktuellen Ausbruchs und sind daher zurzeit nicht in Gefahr.