Blaufusstölpel
Liebling aller Galápagos Reisenden
Die Blaufusstölpel (Sula nebouxii) gehören zu den charismatischten Vertretern der Fauna der Galápagos Inseln. Kaum ein Besucher des Archipels, der nicht von ihren blauen Füssen, ihren Tanzritualen während der Balz oder ihren torpedogleichen Stürzflügen während des Fischfangs schwärmt und beeindruckt ist. Und immer wieder auch die Frage, was es mit ihren Füssen mit dieser intensiven Blaufärbung wohl auf sich hat?
Blaufusstölpel kommen fast im ganzen Archipel vor und gehören zu den gut sichtbaren Tieren. Sie nisten am Boden, allerdings findet kaum ein Nestbau statt. Ihre zwei Eier werden jeweils auf dem blanken Erdboden ausgebrütet, entsprechend anspruchslos sind die Tiere in Bezug auf ihre Nistplätze. Spektakulär ist die der Brut vorangehende Balz, bei der beide Tiere miteinander rufen, einander umkreisen und sich gegenseitig immer wieder ihre blauen Füsse zeigen. Auch Stöckchen oder Steine werden als Brautgeschenke während der Balz vom Männchen ans Weibchen übergeben.
Als Seevögel sind die Blaufusstölpel gut an das Tauchen und Schwimmen im Wasser angepasst. Meist jagen sie in Gruppen, wobei sie nach der Sichtung eines Fischschwarmes torpedogleich aus 30-40m Höhe ins Wasser tauchen und den Fischen auch unter Wasser schwimmend noch nachstellen. Ihre Nahrung besteht primär aus Sardinen.
Bisher in Galápagos unerforscht
Trotz ihrer hohen Attraktivität liegt bisher keine einzige gesamthafte Studie über die Blaufusstölpel der Galápagos Inseln vor. In einer Schätzung aus dem Jahr 1978 spricht Bryan Nelson von mehr als 10‘000 Tieren, dies ist aber eine sehr ungenaue Angabe. Verschiedene Wissenschaftler haben an einzelnen Brutkolonien Bestandeszahlen aufgenommen, jedoch handelt es sich hier nur um punktuelle Werte, die auch untereinander nicht koordiniert waren.
Auch wenn bis heute nur wenige gesicherte Zahlen über den Bestand der Blaufusstölpel in Galápagos vorhanden sind, gibt es nun alarmierende Indizien, die für einen dramatischen Rückgang der Population hinweisen. Bei Punta Cevallos auf der Insel Española, wo zwischen 1984 und 1997 hunderte von Brutpaaren beobachtet wurden, sind seit 1998 keine Brutpaare mehr aufgetreten. Auch an anderen, früher wohlfrequentierten Brutkolonien werden massive Rückgänge beobachtet. Diese Beobachtungen stammen unter anderem von Dr. Hendrik Hoeck, ehemaliger Direktor der Charles Darwin Forschungsstation und seit über 30 Jahren regelmässiger Galápagos Besucher. Er hat in den letzten Jahren einen starken Rückgang der Brutpaare beobachtet.
Neues Projekt lanciert – Bestandesaufnahme der Blaufusstölpel in Galápagos
Nun soll zum ersten Mal eine wissenschaftliche Bestandesaufnahme der Blaufusstölpel in Galápagos erfolgen. Dabei soll nicht nur der Gesamtbestand ermittelt werden, sondern auch das Geschlechterverhältnis sowie das Verhältnis zwischen brütenden und nicht-brütenden Individuen bestimmt werden. Auch die Überlebensrate der Küken und der erwachsenen Tiere sowie ihre Abhängigkeit von Sardinen als Nahrungsquelle soll erforscht werden.
Sollte sich dabei zeigen, dass die Population der Blaufusstölpel in Galápagos wirklich zurückgeht – durch den Vergleich der aktuellen Zahlen mit den früher punktuell erhobenen Zahlen bei Cabo Douglas, Punta Vicente Roca, Daphne und Punta Cevallos – müssten Massnahmen zum Schutz und zur Erhaltung der Population bestimmt und ergriffen werden. Nur so kann die einzigartige Biodiversität des Galápagos Archipels bewahrt werden und wird nicht um eine attraktive Art mit Kultussymbolcharakter ärmer.
Methoden
Zunächst werden während Feldexkursionen im ganzen Archipel die Bestände der Blaufusstölpel aufgenommen, zudem werden Tiere mit Fussringen individuell markiert. Dabei werden auch ihr Geschlecht sowie Basismasse aufgenommen. 20 Tiere werden mit Sendern versehen, so dass deren Bewegungen innerhalb des Archipels verfolgt werden können.
Die Brutkolonien der Tiere werden in viermonatlichen Intervallen besucht, dabei werden die Anzahl Nester, Jungtiere und Brutpaare aufgenommen. Ebenso wird die Nahrungszusammensetzung der Tiere bestimmt.
Die Freunde der Galápagos Inseln (Schweiz) möchten das vorliegende Projekt zusammen mit unseren Schwesternorganisationen in England (Galápagos Conservation Trust) sowie in den USA (Galápagos Conservancy) tatkräftig mittragen. Besten Dank für Ihre Unterstützung!
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