Galápagos Riesenschildkröten-Projekt
Ziel des Galapagos Tortoise Programme ist, den Galapagos Nationalpark beim Schutz der Galapagos Riesenschildkröten durch die Erhebung von wissenschaftlichen Daten in Kombination mit Umweltbildung der Bevölkerung zu unterstützen.
Das Galapagos Riesenschildkröten Programm der Insel Santa Cruz wird von Max Planck Institut für Ornithologie in Zusammenarbeit mit dem Galapagos Nationalpark und der Charles Darwin Forschungsstation durchgeführt. Dabei werden die Bewegungen und Auswirkungen auf das Oekosystem der Riesenschildkröten durch eine Vielfalt von Methoden ermittelt. Eine der Methoden ist Global Positioning Telemetrie System, ergänzt durch Beobachtungen zur Samenverbreitung und Aufnahmen der Vegetation.
Insgesamt 12 besenderte Galapagos Riesenschildkröten sind zur Zeit auf der Insel Santa Cruz unterwegs. Dies ist das erste Mal, das GPS zur Beobachtung der Riesenschildkröten eingesetzt wird. Mehr Informationen zum Projekt gibt es auf www.gianttortoise.org.
Die ersten zehn Monate des Projektes haben gezeigt, dass die Bewegungsmuster der Riesenschildkröten sehr unterschiedlich sind. Einige Tiere haben grosse Wanderungen von über 10 km vom Hochland Richtung Küste und wieder zurück unternommen, während Andere sich praktisch kaum bewegt haben.
Die Galapagos Riesenschildkröten gehören zu den grössten wechselwarmen Organismen der Erde und sind innerhalb der Reptilien einzigartig im Bezug auf ihre langen Wanderungen. Diese scheinen abhängig von der Quantität und Qualität des Futters zu sein, aber auch die Fortpflanzung und die Thermoregulation beeinflussen die Wanderungen der Tiere.
Neu sind vor allem auf vom Menschen bewohnten Inseln äussere Faktoren wie Strassen, Siedlungsbau und landwirtschaftliche Nutzung sowie die Bedrohung resp. Konkurrenz durch eingeführte Arten, welche den Lebensraum der Schildkröten ebenfalls verändern, hinzugekommen. Das Wissen um die Wanderungen und Bewegungsmuster der Tiere und Lebensraumanforderungen sind wichtige Grundlagen zur Entwicklung und zum Management der Inseln.
Bis heute wurden alle Riesenschildkröten der Insel Santa Cruz der Unterart Geochelone nigra porteri zugeschrieben. Neuere genetische Analysen legen die Vermutung nahe, dass es eine östliche und eine westliche Population gibt, welche sich voneinander unterscheiden und welche jeweils auf einen eigenen Kolonialisationsanlass zurückgehen (Russello et al. 2005).
Die „Cerro Fatal“ Population im Osten der Insel gilt als eine der seltensten Populationen der Galapagos Inseln. Dort wurden die Tiere bis vor 25 Jahren gejagt und gegessen und standen daher unter starkem Druck durch den Menschen. Russello et al (2005) beschrieb sie als „Population in Gefahr“ und rechnete mit deren Ausrottung. Heutige Beobachtungen zeigen, dass die Population langsam anwächst, da zahlreiche Jungtiere und Subadulte Tiere beobachtet wurden. Trotz diesen Beobachtungen bleibt die Zahl der Tiere aber gering, und über diese Tiere ist nur wenig bekannt. Daher wurde diese Population gegenüber der Westpopulation auf Santa Cruz als prioritär eingestuft und es wurde beschlossen, dass die beiden Sender der Freunde der Galapagos Inseln (Schweiz) an Tieren dieser Population angebracht werden sollen.
Zwischenbericht des Max-Planck-Instituts (Download PDF)
Update zu Emma auf Española (November 2012)
Bericht im National Geographic (März 2013)
Giant Tortoise Project auf Facebook und auf Website
News
- Galápagos National Park Service siedelt 150 Jungschildkröten der Zuchtstation auf Isabela wieder an
- Körper vom “Einsamen George” zur Einbalsamierung nach New York überführt
- Die Arbeiten zur Kontrolle der eingeführten Arten auf der Insel Santa Cruz haben begonnen
- Fortpflanzungszeit der Meeresleguane hat begonnen
- Feldexkursion bestätigt guten Zustand der Insel Wolf



