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Landvögel von Galapagos in Gefahr

Hintergrund
Der Galápagos Rubintyrann (Pyrocephalus rubinus) ist auf den Inseln Floreana und San Cristóbal innerhalb der letzten 20 Jahre ausgestorben und auf der Insel Santa Cruz innerhalb kürzester Zeit dramatisch zurückgegangen. Aufgrund unserer Bestandserhebungen von 2015 müssen wir leider davon ausgehen, dass wir gerade das Aussterben dieser Art auf Santa Cruz miterleben. Die Schätzungen von diesem Jahr gehen von maximal 20 territorialen Männchen aus. Von den vier beobachteten Brutversuchen war kein einziger erfolgreich.Auch andere Kleinvögel Galápagos’ wie der Laubsängerfink, der Spechtfink und der Gelblaubsänger sind stark im Rückgang begriffen. Der Grund für diesen raschen Rückgang ist bisher nicht klar. Als mögliche Ursachen gelten eine in den 1960er Jahren eingeschleppte, parasitische Fliege (Philornis downsi), deren blutsaugende Larven den Bruterfolg verschiedenster Kleinvögel drastisch reduziert, sowie eingeschleppte Krankheitserreger und Herbizid-Einsatz zur Bekämpfung invasiver Pflanzenarten.

Projekt
Dieses Projekt von Dr. Sabine Tebbich (Universität Wien) et al. hat zum Ziel, Basisdaten zur Biologie dieses auffälligen Kleinvogels zu sammeln und die Ursachen für dessen Rückgang zu identifizieren. Ein besseres Verständnis über den Rückgang des Rubintyrannen kann auch zum Schutz der anderen Kleinvögel der Galapagos-Inseln beitragen. Die Ergebnisse sollen die Basis für griffige und wirkungsvolle Managementstrategien bilden.

Zusätzlich möchte das Team den Einfluss von Philornis auf den Bruterfolg zwischen den beiden Inseln Isabela und Santa Cruz vergleichen und das zeitlich Auftreten der Fliegen auf verschiedenen Höhenstufen genauer untersuchen. Während den Arbeiten 2014/2015 konzentrierte sich das Team auf Isabela hauptsächlich auf die Beobachtung des Rubintyrannen, da über den Bruterfolg dieser Art so gut wie nichts bekannt ist. Da in Santa Cruz jedoch nur vier Brutversuche beobachtet wurden, ist ein Vergleich für diese Art zwischen den Inseln nicht möglich. Der unterschiedliche Einfluss von Philornis auf den beiden Inseln lässt sich daher viel besser mit einem Vergleich von Baumfinken untersuchen.

Unterstützung lokaler Fachkräfte
Die Projektziele sollen zusammen mit dem ecuadorianischen Ornithologen Denis Mosquera erreicht werden. Die Unterstützung seiner akademischen Fachausbildung (Master of Science) soll zu einem nachhaltigen Aufbau lokaler Kompetenz beitragen – auch im langfristigen Interesse des bedrohten Rubintyrannen.