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Rettung der Mangrovenfinken

Hintergrund
Der Mangrovenfink (Camarhynchus heliobates) ist einer der seltensten Vogelarten weltweit. Es gibt gerade mal noch ca. 100 Individuen in zwei kleinen Populationen auf der Galapagos Insel Isabela. Grund für den dramatischen Rückgang in den letzten Jahrzehnten sind eingeführte Ratten und eine parasitische Fliege, welche den Fortpflanzungserfolg der Finken um über 95% reduzieren.

Projekt
Seit 2006 bemüht sich das Mangrovenfinken Projektteam um verschiedene Schutzstrategien, darunter die Kontrolle der Rattenplage mittels Fallen. Durch diese Strategie ist die Schlupfrate der Mangrovenfinken erfreulicherweise deutlich angestiegen. Leider gibt es bisher aber noch keine Möglichkeiten, der parasitären Fliege Herr zu werden, welche zu einem elenden Verenden der meisten geschlüpften Nestlinge führt. Daher wird seit 2 Jahren eine äusserst intensive Schutzmassnahme angewendet. Mangrovenfinkeneier werden von den Nestern im Mangrovenwald entnommen und in eine Aufzuchtstation auf der Insel Santa Cruz gebracht, um die Nestlinge unter sicheren Bedingungen in Gefangenschaft aufzuziehen. Diese künstliche Aufzucht war in 2014 und 2015 höchst erfolgreich und es wurden 23 Jungvögel in die freie Wildbahn entlassen, was für die geringe Populationsgrösse dieser Art eine beträchtliche Zahl ist. Damit solche Massnahmen aber längerfristig positive Auswirkungen auf die Populationsentwicklung haben, d.h. die Population stabilisieren und zum Wachsen bringen, müssen sie über mehrere Jahre durchgeführt werden.

Deshalb will das Mangrovenfinken-Team auch im Winter/Frühjahr 2016 Eier in der freien Wildbahn einsammeln und die Jungtiere von Hand aufziehen, bis sie flügge und gross genug sind, damit ihnen die parasitäre Fliege nichts mehr anhaben kann. Während ein Teil des Projektteams mit der Aufzucht der Jungen beschäftigt sein wird, kümmert sich ein zweites Team um das Monitoring der wildlebenden F
inken. Der Nisterfolg der Brutpaare muss während der Brutzeit verfolgt werden (Brutpaare legen in der Regel nach, wenn Eier entnommen werden), Rattenfallen müssen instand gehalten werden, und beringte oder besenderte Tiere werden das ganze Jahr über regelmässig gesucht, um ihr Überleben zu bestimmen.

Einen aktuellen Bericht zum Projekt finden Sie in der Winterausgabe der Galapagos Intern 2016.