Artenschutzprogramm zur Erhaltung der Riesenschildkröten in Süd-Isabela

Einleitung

Die Insel Isabela ist die grösste Insel im Galápagos Archipel und die Heimat von fünf endemischen (d.h. nur dort lebenden) Riesenschildkrötenunterarten. Während die drei nördlichen Unterarten, obwohl durch vielfältige Einflüsse unter Druck gesetzt, immer noch Populationen von mehreren Tausend Individuen zählen, sieht es im südlichen Teil der Insel für die beiden anderen Unterarten anders aus. Die eine Unterart, Geochelone vicina, scheint die bescheidene Anzahl von wenigen tausend Tieren aufrecht erhalten zu können, die wildlebende Population der anderen Unterart jedoch, G.guntheri, besteht nur noch aus weniger als hundert Individuen. Die Galápagos Nationalparkbehörden und die Charles Darwin Forschungsstation auf Galápagos haben daher die Anstrengungen in Süd-Isabela zum Schutz und zur Erhaltung dieser Population erhöht.

Die Schutz- und Erhaltungsprogramme für Reptilien des Nationalparks und der Forschungsstation haben sich in der Vergangenheit als sehr erfolgreich erwiesen. Im März 2000 wurde die 1000. in Menschenhand aufgezogene Jungschildkröte auf ihrer ursprünglichen Heimatinsel Española ausgewildert. Die Wiederansiedlungen verliefen meist erfolgreich, die Jungtiere haben sich in ihrer neuen Heimat rasch eingelebt. Die neuesten Forschungsresultate zeigen sogar ein noch optimistischeres Bild, den bereits haben sich die ersten der ausgewilderten Jungtiere erfolgreich fortgepflanzt. Die Forschungsstation und die Nationalparkbehörden haben bei diesem Programm erfolgreich führende Technologie mit traditioneller Feldarbeit verbunden, und dabei viel Wissen und Erfahrung zur erfolgreichen Durchführung weiterer Programme gesammelt. Ziel dieser Aktionen ist es, dass keine weitere Riesenschildkrötenunterart das Schicksal der Population der Insel Pinta teilen muss, deren letzter Vertreter, der ‘einsame George’, zur Zeit als lebendes Symbol der Verletzlichkeit der fragilen Inselökosysteme gilt. Mit der in diesem Projekt beantragten finanziellen Unterstützung kann des erfolgreiche Programm von Española auch in Süd-Isabela ausgebaut werden.

Die Grundsteine für ein erfolgsversprechendes Projekt sind bereits gelegt. 1999 konnte unter anderem die bisherige Zuchtstation auf Süd-Isabela ausgebaut werden. Ein Vulkanausbruch gefährdete die letzten Bestände von G. guntheri, und die vor den Lavamassen geretteten Tiere fanden in der Zuchtstation eine sichere Zufluchtstätte. Die Zuchtstation in Villamil wurde daraufhin ausgebaut, um einerseits die Erwachsenen zu beherbergen, andererseits wurden auch Inkubatoren sowie Aufzuchtgehege für die erwarteten Jungtiere gebaut. Daneben wurden auch Informationsprogramme zum Miteinbezug der lokalen Bevölkerung in die Schutzprogramme erfolgreich initiiert und aufgebaut. Das ehrgeizige Aufklärungsprogramm hat die Reduktion der traditionellen Riesenschildkrötenjagd in Süd-Isabela zum Ziel. Die bisherigen Aktionen sind sehr erfolgreich angelaufen, und dank der kontinuierlichen finanziellen Unterstützung kann das Artenschutzprojekt weitergeführt und zu einem erfolgreichen Ende gebracht werden.
Die Ziele des Projektes sind

  • die Bestimmung und Kartierung der detaillierten Verbreitung der Riesenschildkröten in Süd-Isabela
  • die Lokalisation der Eiablageplätze
  • die Bestimmung des Effektes von eingeführten Arten auf die wildlebenden Bestände
  • gestützt auf die Ergebnisse der ersten drei Punkte wird eine Strategie zur erfolgreichen Wiederansiedlung der in Menschenhand geschlüpften und aufgezogenen Jungtiere formuliert
  • die Optimierung der Haltebedingungen in der Zuchstation in Villamil auf Süd-Isabela
  • Weiterführung der Informationsprogramme für die einheimische Bevölkerung mit dem Ziel, die ehemaligen Schildkrötenjäger in das Schutzprogramm integrieren zu können, so dass sie ihr Wissen als ‘inoffizielle’ Parkmitarbeiter zur Erhaltung der Schildkröten und nicht deren Jagd nutzen.

Benötigte Mittel

Das Gesuch deckt die Kosten für die wichtigsten Kernbestandteile des Projektbereichs Zuchtprogramms sowie des Projektbereichs Informationstätigkeit ab. Jeder Programmteil wird von einem ecuadorianischen Vollzeitmitarbeiter geführt, daneben sind die Kosten für Reisen zwischen den Inseln sowie Material gedeckt. Die Kosten für die Feldarbeit und weitere Aktivitäten werden vom Nationalpark und der Forschungsstation übernommen.
Kosten (in USD)

Personal Projektbereich Zuchtprogramm 15’000
Projektbereich Informationstätigkeit 15’000  
 
Material Projektbereich Zuchtprogramm 2’500
Projektbereich Informationstätigkeit 2’500  
 
Reisekosten 1’000
Administration 4’000
Total 40’000