Projekt zum Schutz der biologischen Vielfalt auf Santiago und Isabela
Über 40% der Pflanzenarten auf Galápagos sind endemisch, das heisst nur auf Galápagos anzutreffen. Diese Pflanzengemeinschaften bilden die Nahrungsgrundlage für zahlreiche Insekten, Vögel und Reptilien, darunter auch die Galápagos Riesenschildkröten. Der Fortbestand unzähliger Arten hängt von einer intakten Pflanzenwelt ab. Durch den Einfluss des Menschen ist leider auch diese bedroht:
- Eingeführte Pflanzenfresser wie verwilderte Ziegen haben auf Galápagos keine natürlichen Feinde und fressen ganze Landstriche kahl
- Eingeführte Pflanzenschädlinge wie die Wollschildlaus richten mangels natürlicher Feinde grossen Schaden an
- Eingeführte Pflanzenarten wie Brombeeren überwuchern und verdrängen einheimische Arten
In einer zwischen 1997 und 2001 durchgeführten Studie wurden Anzahl und Verbreitung endemischer Pflanzen auf Galápagos bestimmt. Dabei zeigte sich, dass 19 der untersuchten 230 endemischen Pflanzenarten stark bedroht sind oder aber kurz vor dem Aussterben stehen, weitere 32 Arten sind gefährdet. Im Zentrum des vorliegenden Projekts stehen diese 19 ernsthaft gefährdeten Arten, die es zu schützen und langfristig zu erhalten gilt. Ihr Verschwinden aus Galápagos würde ihr Verschwinden für immer bedeuten.
Nur sieben Inseln des Galápagos Archipels sind gross und hoch genug, um Lebensbedingungen für eine feuchte Hochlandvegetation zu bieten. Auf diesen Inseln findet sich der höchste Artenanteil. Für die Biodiversität des Archipels sind sie daher von grosser Bedeutung. Mit isabela und Santiago stehen zwei der sieben Inseln im Zentrum des vorliegenden Projektes. Unter den von Menschen unbewohnten Inseln ist besonders Santiago durch verwilderte Ziegen und Esel geschädigt wordwn. Die Tiere haben das einstmals dicht bewachsene Hochland in eine Kurzgrasprärie verwandelt, die Während der Trockenzeit einer Wüste gleicht. Seit 1970 wurden auf Santiago rund 40 Hektare eingezäunt. Diese nun vor Eseln und Ziegen geschützten Gebiete dienen als natürliche Samenbank. Sie bilden die Grundlage für die Wiederbepflanzung von Santiago.
Isabela ist die grösste Insel des Archipels; ein mächtiges Lavafeld unterteilt das Eiland in eine Nord- und eine Südhälfte. Nord-Isabela wurde nie von Menschen bewohnt. Trotzdem wurden 1960 erstmals Esel, 1978 Ziegen in Nord-Isabela gesehen. Inzwischen wird die Ziegenpopulation auf mehrere 100 000 Tiere geschätzt. Im Gegensatz zu Santiago liegen für Isabela keine detaillierten Pflanzeninventare vor. Der Grund: Pflanzenschutzprojekte sind bedeutend schwieriger zu finanzieren als Tierschutzprojekte.
2001 haben die Charles Darwin Forschungsstation und die Nationalparkbehörden mit einem Programm zur Kontrolle eingeschleppter Ziegen und anderer Pflanzenfresser auf Isabela und Santiago begonnen. Das Programm hat zum Ziel, Santiago bis 2003 von Ziegen zu befreien. Durch genaue Beobachtungen soll festgehalten werden, wie sich die von Invasoren befreiten Landflächen erholen und von der ursprünglichen Tier- und Pflanzenwelt wieder besiedelt werden.
Ziel des vorliegended Projekts ist die Erhaltung der ursprünglichen Pflanzengemeinschaften auf Santiago und Isabela. Nach der erfolgreichen Eliminierung der Ziegen und Esel sollen die Inseln renaturiert und damit die Biodiversität der Inseln erhalten werden.
GEPLANTE AKTIVITÄTEN
- Die ausgeschiedenen und eingezäunten Gebiete auf Santiago und auf Nord-Isabela werden während und nach dem Abschluss des Programmes zweimal jährlich besucht und überwacht.
- Auf beiden Inseln werden zweimal jährlich die Pflanzenarten bestimmt und die Verbreitung eingeschleppter Pflanzenarten überwacht. Auf Santiago wird mit der Bekämpfung exotischer Pflanzenarten begonnen.
- Die Bestände ernsthaft bedrohter Arten werden auf beiden Inseln überwacht. Bestandesveränderungen können so frühzeitig erkannt und notfalls Massnahmen zu ihrer Rettung ergriffen werden.
- Um das Überleben endemischer Arten nachhaltig zu sichern, soll ein auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Projekts basierender Management-Plan erstellt werden.
Die Arbeiten sollen von ecuadorianischen Wissenschaftlern durchgeführt werden. Einheimische erhalten so Gelegenheit, sich in den Bereichen Naturschutz und Pflanzenökologiue aus- und weiterzubilden. Die Ergebnisse der Feldexkursionen werden gesammelt, ausgewertet und veröffentlicht.
Unterstützen Sie unser Projekt zum Schutz der Biologischen Vielfalt der Inseln Santiago und Isabela. Jeder Beitrag trägt zur Erhaltung der Lebensgrundlagen des Archipels bei!
News
- Galápagos National Park Service siedelt 150 Jungschildkröten der Zuchtstation auf Isabela wieder an
- Körper vom “Einsamen George” zur Einbalsamierung nach New York überführt
- Die Arbeiten zur Kontrolle der eingeführten Arten auf der Insel Santa Cruz haben begonnen
- Fortpflanzungszeit der Meeresleguane hat begonnen
- Feldexkursion bestätigt guten Zustand der Insel Wolf


