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  • Die Galapagos Inseln

    Geografie

    Der Galápagos-Archipel ist vulkanischen Ursprungs. Er ist Teil von Ecuador und liegt am Äquator, 1000 km westlich des südamerikanischen Kontinents. Aufgrund der geografischen Isolation konnte sich auf den Vulkaninseln im Laufe von Millionen von Jahren eine besondere Flora und Fauna entwickeln. Die Galápagos-Riesenschildkröten, die Galápagos-Seebären, die flugunfähigen Kormorane, die Meeresechsen, die Darwinfinken und viele Pflanzen wie die Scalesia-Bäume kommen nur auf Galápagos vor. Das relativ kühle und nährstoffreiche Meerwasser sorgt außerdem für einen außergewöhnlichen Artenreichtum rund um den Archipel. Wenn es nicht gelingt, diese Lebensräume zu erhalten, werden viele endemische Tier- und Pflanzenarten für immer aussterben.

    Historie

    Die Galapagos-Inseln wurden 1535 von dem spanischen Bischof Tomás de Berlange entdeckt. Berühmt wurden sie 300 Jahre später durch Charles Darwin. Seine Evolutionstheorie beruht hauptsächlich auf Beobachtungen, die er während seines fünfwöchigen Aufenthalts auf dem Archipel machte.

    In den Jahrhunderten nach der Entdeckung dienten die Inseln als Versteck und Ankerplatz für Piraten, Walfänger und Fischer. Letztere brachten Haustiere - Ziegen, Schweine, Katzen - und Pflanzen wie Guaven, Zitrusfrüchte, Bambus, Chinarinde und Avocadobäume mit nach Hause. Auch Ratten und Ameisen wurden eingeschleppt. Die fremden Arten vermehrten sich rasch und verursachten große Schäden. Sie bedrohen auch heute noch die Existenz vieler einheimischer Pflanzen und Tiere.

    1934 erließ die ecuadorianische Regierung die ersten Gesetze zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Arten.

    Weltnaturerbe der UNESCO

    Nachdem Expeditionen der IUCN/UNESCO die weiterhin besorgniserregenden Zustände dokumentiert hatten, wurde 1959 die Internationale Charles-Darwin-Stiftung gegründet, die eine Forschungsstation auf der Insel Santa Cruz unterhält. Gleichzeitig hat die ecuadorianische Regierung den einzigartigen Wert der Inseln anerkannt und 97% der Landfläche als Nationalpark ausgewiesen. Der Rest der Fläche kann genutzt werden.

    Seit 1979 stehen die Inseln auf der UNESCO-Liste des Weltnaturerbes der Menschheit. Das Meeresschutzgebiet Galápagos, das mit einer Fläche von 130.000 km2 nach dem Korallenriff in Australien das zweitgrößte Meeresschutzgebiet der Erde ist, wurde 2001 in diese Liste aufgenommen.

    Im Jahr 2007 wurde dieses Naturerbe von der UNESCO als "gefährdet" eingestuft. Diese Einstufung wurde jedoch im Juli 2010 wieder aufgehoben, sodass Galápagos derzeit wieder den Status eines "Weltnaturerbes der Menschheit" hat.

    Tourismus und Naturschutz

    Der Grund für die Maßnahme der UNESCO im Jahr 2007 war die Tatsache, dass die Inseln nicht mehr nur ein Traumziel für Naturforscher sind, sondern auch immer häufiger von Touristen besucht werden. So ist die Anzahl der Tage, die Passagiere auf Kreuzfahrtschiffen verbringen, in den letzten 15 Jahren um 150 Prozent gestiegen. Der Verkehr zwischen den Inseln boomt also. Die Besiedlung durch Einwanderer hat stark zugenommen und neue Tier- und Pflanzenarten wurden eingeführt.

    Charles-Darwin-Forschungsstation

    Die Charles-Darwin-Forschungsstation auf der Galápagos-Insel Santa Cruz leistet wertvolle Arbeit für die Erhaltung dieses einzigartigen natürlichen Hotspots. Ihr erster Direktor war ein Schweizer, und bis heute sind Schweizer Wissenschaftler auf den Inseln präsent. Der Verein Freunde Galápagos (Schweiz) wurde gegründet, um die Arbeit der Charles Darwin Forschungsstation und anderer Institutionen zu unterstützen - immer mit dem Ziel, die einzigartige Flora und Fauna der Inseln zu schützen und zu erhalten.